Dani Levy

 

„Es hat ja keiner an den Film geglaubt…“

 

Dani, wann und wie bist du nach Berlin gekommen?

Ich spielte Ende der 1970er Jahre in Basel in einem Jugendtheater. Und mit dem adaptierten wir Stücke von Berliner Theatergruppen, u.a. vom Grips-Theater und vom Theater Rote Grütze. Als ich die Leute vom Theater Rote Grütze in Berlin besuchte und kennenlernte, die hatten das tolle Stück „Was heißt denn hier Liebe?“ geschrieben, verliebte ich mich total in die Truppe. Das war der Traum meiner Arbeit. Die arbeiteten biographisch, gleichzeitig aber mit einer wunderschönen künstlerischen Handschrift. Die waren frech, die Rampe zwischen Publikum und Geschehen auf der Bühne war aufgehoben. Die waren eigentlich der Auslöser für mich, 1980 nach Berlin zu kommen.

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Wann bist du aufs Moviemento aufmerksam geworden?

Kinos wie das Moviemento gab es Anfang der 80er Jahre eine ganze Menge in Berlin. Die spielten richtiges Programm: lange Kinonächte, deutsche Filme, DEFA-Reihen, Sondervorführungen. Ich habe das Moviemento ganz oft besucht, als ich nach Berlin kam. Das war eine Zeit, in der ich filmmäßig erst wachgeküsst wurde. Ich war ja völlig ohne Film und Fernsehen in der Schweiz aufgewachsen. Wir hatten Zuhause keinen Fernseher, ich war kaum im Kino in meiner Jugend. Ich zog nach Berlin und habe mir erste einmal ganz viele Filme angeguckt.

 

Wann und wie bist in Kontakt gekommen mit den Kinomachern?

Erst als ich selber mit dem ersten Film hausieren ging. Das war „Du mich auch“. Der Film hatte eine ganz komplizierte Entstehungsgeschichte. Erstens dauerte es Jahre, bis wir „Du mich auch“ drehen konnten, wenn auch nur mit ganz wenig Geld. Wir hatten auch keinen engagierten Produzenten, der sich dann um den Film gekümmert hätte. Kängeruh Film war eigentlich eine Dokumentarfilm-Produktionsfirma. Denen war das zu kompliziert, einen Spielfilm zu vermarkten. Sie haben auch nicht an den Film geglaubt. Und deswegen bin ich dann mit Anja und mit meinem Freund Arend Wiedering losgezogen. Wir ließen eine 16mm-Kopie ziehen und sind hausieren gegangen – von Verleih zu Verleih. Dann haben wir uns auch um Kinos gekümmert. Das war in Berlin ziemlich kompliziert. Denn Georg Kloster, der hier viele Kinos hatte und in Fragen gekommen wäre, wollte den Film nicht spielen. Wir träumten davon, dass der Film im Filmkunst 66 von Georg Stadler laufen sollte. Dort lief nämlich „Taxi zum Klo“; das war unser großer Idolfilm, ein erbarmungsloser Underground Film, der super abging. Ein kleiner Film für wenig Geld: tragisch und komisch, ehrlich und surreal. Auch die autodidaktische Herangehensweise gefiel uns, wir waren ja selbst Autodidakten. Und deswegen wollten wir auch im Filmkunst 66 laufen. Das klappte aber nicht, denn auch Stadler wollte ihn nicht spielen. Niemand glaubte an den Film. Und deswegen landeten wir im Moviemento. Wo ich dachte: „Na gut, dann halt Moviemento!“ Aber was das wirklich für eine Kraft plötzlich entwickelte, den Film im Moviemento zu spielen, das ahnte ich da noch überhaupt nicht…

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